KOMPASS-Förderung: was Solo-Selbstständige davon wirklich haben
Bis zu 90 Prozent der Kosten übernimmt der Bund – aber nur, wenn du zur Zielgruppe gehörst und die Reihenfolge einhältst. Ein Fehler kostet die gesamte Förderung.
Kurz gesagt: KOMPASS ist ein Förderprogramm des Bundes für Solo-Selbstständige. Wenn du die Voraussetzungen erfüllst, trägst du beim Solo-Programm statt 4.900 Euro netto nur noch ab 490 Euro Eigenanteil.
Für wen die Förderung gedacht ist
Für Menschen, die allein arbeiten und ihr Geschäft weiterentwickeln wollen. Nicht für Gründungen, nicht für Teams. Im Kern verlangt das Programm vier Dinge:
- Solo-Selbstständigkeit im Haupterwerb,
- mindestens zwei Jahre selbstständig,
- Wohnsitz in Deutschland,
- höchstens eine beschäftigte Person.
Ob du im Einzelfall hineinpasst, entscheidet keine Checkliste im Internet, sondern die Standortbestimmung bei einer offiziellen Anlaufstelle. Was wir vorher tun können: einmal gemeinsam draufschauen und dir sagen, ob sich der Weg für dich lohnt – auch wenn die ehrliche Antwort manchmal nein lautet.
Der eine Fehler, der alles kostet
Der Ablauf hat vier Schritte: Standortbestimmung, Antrag, Bewilligung, Teilnahme. Und genau dazwischen liegt die Stelle, an der es schiefgeht:
Vor der Bewilligung darf die Maßnahme nicht beginnen. Wer zuerst bucht und dann den Antrag stellt, verliert die Förderung vollständig – nicht teilweise, nicht später nachholbar. Das ist keine Formalie, das ist der häufigste Grund, warum eine Förderung platzt.
Praktisch heißt das: Plane den Vorlauf ein, bevor eine Runde startet. Wer sechs Wochen vor Beginn anfängt, sich damit zu beschäftigen, wird knapp.
Was die Förderung nicht übernimmt
Neben dem Eigenanteil bleiben Anreise und Übernachtung für die vier Präsenztage. Wer aus München kommt, fährt hin. Wer weiter weg wohnt, sollte zwei Übernachtungen einrechnen. Diese Kosten sind nicht gefördert, und sie fallen bei der Planung gern hinten runter.
Und wenn es nicht klappt?
Dann bleiben zwei Wege: das Solo-Programm zum regulären Preis oder das Solo-Lab, bei dem du Monat für Monat ein einzelnes Fokusthema buchst – ohne Antrag, ohne Fristen, ohne Bewilligung. Für viele ist das ohnehin der passendere Einstieg.
Alle Zahlen zu beiden Formaten stehen gesammelt auf der Faktenseite.
Häufige Fragen
Wie hoch ist der Eigenanteil?
Beim Solo-Programm trägst du statt 4.900 Euro netto nur noch ab 490 Euro Eigenanteil, wenn du die Voraussetzungen erfüllst. Nicht gefördert sind Anreise und Übernachtung für die vier Präsenztage. Die verbindlichen Bedingungen stehen bei der KOMPASS-Förderung des Bundes – wir sind selbst keine offizielle Anlaufstelle.
Was passiert, wenn ich zuerst buche und dann den Antrag stelle?
Dann ist sie weg – vollständig, nicht teilweise und nicht später nachholbar. Losgehen darf es erst, wenn die Bewilligung vorliegt. Das ist keine Formalie, sondern die Stelle, an der die meisten Förderungen platzen.
Wie viel Vorlauf brauche ich?
Mehr, als die meisten einplanen. Vier Stationen liegen vor der Teilnahme, und jede braucht ihre Zeit. Wer sechs Wochen vor Beginn einer Runde anfängt, sich damit zu beschäftigen, wird knapp – und wir haben das oft genug erlebt, um ausdrücklich davor zu warnen.